„Going on top“ - Jasperneite und Ruppert knacken harten Brocken bei der BC
2010-
Wadersloh (phw): „BC 2010“
so lautet die harmlose Abkürzung für ein
strapaziöses Laufabenteuer welches sich die Ultrasportler Horst Jasperneite und Ralf Ruppert (beide LG Oelde/Wadersloh)
am vergangenen Wochenende vorgenommen
hatten. Die „Brocken Challenge
2010“ ist ein
Wohltätigkeits-Ultralauf der gemäß
Wettkampfausschreibung über 81 km und 2.000 Höhenmeter von Göttingen bis auf
den Gipfel des Harzer Brockens führt. Hierbei reizt die
Ultraläufer nicht allein die anspruchsvolle Streckenführung sondern darüber hinaus auch die um diese
Jahreszeit fast garantierten alpinen Witterungsverhältnisse. Auch im siebten
Jahr der Austragung konnte sich die Veranstalter erneut über ein Stelldichein
der besten Ultrasportler Europas freuen und innerhalb von 48 Stunden nach
Öffnung der Anmeldung bereits ein mit 125 Startplätzen ausgebuchtes Starterfeld
verzeichnen.
Trotz einschlägiger Erfahrungen mit den Kapriolen
des Harzer Wettergottes sahen sich die Organisatoren in diesem Jahr vor beinahe
unüberwindbare Hindernisse gestellt. Schnee und Eis in bisher nicht gekanntem
Ausmaß ließen die Durchführung der Veranstaltung zweitweise auf Messers
Schneide stehen. Neben zwischenzeitlich verhängten Wegsperrungen im Naturpark
Harz machten meterhohe Schneeverwehungen etliche Passagen unpassierbar. Die Veranstalter wuchsen jedoch in ihrem
Engagement und Einfallsreichtum über sich hinaus und mobilisierten sogar eine
Schneefräse um einige Wegstücke begehbar zu machen. Trotz aller Anstrengungen konnte
die tatsächliche Streckenführung erst kurz vor dem Start festgelegt werden und
bescherte den Läufern schließlich eine Umleitung die die Gesamtdistanz auf 87
km verlängerte. Nachdem Jasperneite und Ruppert
mehrfach täglich per Internet den aktuellen Entwicklungen entgegengefiebert
hatten wurden sie schließlich am frühen Samstagmorgen
um 6.00 Uhr auf die Reise geschickt. Hatte der Winter noch in den Tagen zuvor mit
frostigen Minusgraden, Schnee und Windgeschwindigkeiten von 60 km/h seine ganze Stärke ausgespielt, so zeigte er
sich am Wettkampftag relativ milde
gestimmt und präsentierte mit moderaten Wind- und Temperaturverhältnissen ein
nahezu optimales Laufklima.
Auf der ersten noch relativ flachen Streckenhälfte
galt es für die beiden Ultras der LG Oelde/Wadersloh zunächst einmal ihren Laufrythmus
auf Schnee und Eis zu finden. Einzelne Streckenabschnitte waren lediglich mit
Spikes oder auch nur im flotten Walkingschritt zu bewältigen. „Der Tiefschnee zieht einem die
Kraft aus den Beinen“ so Ruppert und Jasperneite
übereinstimmend. Richtig hart sollte das Rennen jedoch erst ab Kilometermarke
42 werden. Von diesem Punkt an sollte der Name Brocken Challenge
(deutsch: Herausforderung) zum Programm werden. Es ging über schmale und
kniehoch verschneite Waldwege knackig bergauf.
Aufgrund der äußeren Bedingungen hatte das Organisationsteam auf den Aufbau einer sonst üblichen Verpflegungsstation
verzichten müssen so dass die Läufer eine Distanz von 21 km ohne Möglichkeit
eines Imbisses zu überbrücken hatten. „Das war sehr hart und zu diesem
Zeitpunkt eine große Belastung“ so Ruppert. Die größte Kraftanstrengung lauerte
aber erst zum Schluss, müssen die
erschöpften Läufer doch einen beträchtlichen Teil der Höhenmeter bewältigen und
die sog. „Rampe“ erklimmen, die schließlich zum Gipfel des Brockens auf 1.142
Meter führt. Unter Aufbietung ihrer letzten Kraftreserven kämpften sich die
beiden erfahren Ultraspezialisten durch dichten Nebel und die schließlich
einsetzende Dunkelheit den harten Anstieg hinauf um schließlich nach 12:14 Stunden (Ralf
Ruppert) bzw. 12:45 Stunden (Horst Jasperneite)
erschöpft die Ziellinie zu passieren. „Es ging bei diesem Rennen nicht um die
Endzeit sondern einzig darum heil ins Ziel zu kommen und den schweren
Bedingungen zu trotzen“ so das letztlich zufriedene Fazit der beiden
Ausdauerexperten.