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Petra Holtmann-Wibberich

„Run around the clock“ – 24 Stunden-Lauf vom Seilersee bringt Jasperneite und Ruppert (LG Oelde/Wadersloh) Altersklassensiege

Wadersloh (phw): Mit ihrer Teilnahme am dritten 24 Stunden Lauf vom Seilersee in Iserlohn wurden Ultraläufer Horst Jasperneite und Ralf Ruppert (beide LG Oelde/Wadersloh) Gast einer Geburtstagsfeier der ganz besonderen Art. Der Organisator dieses Wettkampfes hatte den Lauf vor drei Jahren als anlässlich seines 60. Geburtstages aus der Taufe gehoben. Unter dem Motto „laufen und gutes tun“ werden verschiedene soziale Einrichtungen durch die Erlöse des Laufs unterstützt. Mittlerweile hat sie die einstige Geburtstagsidee zu einem der beliebtesten 24 Stunden Läufe gemausert bei der auch in diesem Jahr wieder neue Teilnehmerrekorde verzeichnet werden konnten. Neben der landschaftlich idyllischen Lage zeigten sich die beiden Sportler der LG OW beeindruckt von der freundlichen Atmosphäre sowie der vorbildlichen Organisation und Betreuung. „Am Verpflegungsstand gab es sogar Schwarzwälderkirschtorte, auf die haben wir aber doch lieber verzichtet“ so die beiden schmunzelnd.

Für die an den Start gegangenen 90 Athleten galt es, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Kilometer auf dem abgesteckten 1,8 km Rundkurs abzuspulen. Spätestens bei Besichtigung des Kurses wurde den Teilnehmern dann eindrucksvoll die sauerländische Lage des Seilersees vor Augen geführt. Pro Runde verteilten sich stattliche 22 Höhenmeter auf langgezogene Anstiege, knackige Bergabpassagen sowie einen unangenehm steilen Abhang beim Einlauf ins Stadion. „Das hatte schon Berglaufcharakter“ so Jasperneite respektvoll  über den hohen Schwierigkeitsgrad der Strecke.

Bereits zum Startschuss am Samstagmittag kletterten die Temperaturen auf eher läuferunfreundliche 25 Grad und forderten von den Läufern neben „Sonnencreme und Kappe“ eine angepasste Renntaktik. Trotz der hügeligen Streckenführung fanden beide schnell zu ihrem Rhythmus und spulten konstant Runde um Runde ab. Um Müdigkeit und muskuläre Erschöpfung möglichst lange hinauszuschieben, begannen Ruppert und Jasperneite schon frühzeitig mit der Einnahme von kleineren Snacks und ausreichender Flüssigkeit. „Kartoffeln, Brot und Brühe“ standen hierbei ganz oben auf dem  Speiseplan der beiden Ultrasportler. Für die Betreuung während des Wettkampfes zeichneten sich Claudia Jasperneite und Petra Holtmann-Wibberich verantwortlich, die neben der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Getränken für nötige moralische Unterstützung sorgten.

Auch während der Nachtstunden gönnten sich Jasperneite und Ruppert keine Pausen sondern spulten weiter stoisch ihre Runden ab. „Wir hatten geplant uns nicht schlafen zu legen. Danach kommt man nur schwer wieder in Gang“ so Ruppert zur Taktik. Um einen reibungslosen Ablauf des Rennens während der Nachstunden zu gewährleisten, leuchtete das Technische Hilfswerk den Kurs ab Beginn der Dämmerung komplett aus. Natürlich stellten sich im Verlauf des langen Rennens kleinere  Durchhänger und körperliche Wehwehchen ein. Doch die für ihren Durchhaltewillen bekannten Ultrasportler steckten zu keinem Zeitpunkt auf und liefen ein hervorragendes Rennen im vorderen Feld. Zum Ende des Wettkampfes wurde es noch einmal spannend, eröffnete sich doch für beide die Möglichkeit ihre jeweilige Altersklasse zu gewinnen. Einen größeren Ansporn um die müden Knochen noch einmal  zu mobilisieren konnte es kaum geben und so gingen beide an die letzten körperlichen Reserven. Als nach Ablauf der 24 Stunden endlich der ersehnte Alarmton das Rennen beendete, konnte Ruppert mit einer Gesamstrecke von 186,32 km den 7. Platz im Gesamtklassement sowie den Sieg der AK M45 feiern. Jasperneite zeigte sich glücklich über insgesamt 166,29 km, die für ihn den 15. Gesamtplatz und den Sieg der AK M55 bedeuteten.

Auch nach diesen Anstrengungen bleibt beiden nicht viel Zeit zur Erholung, galt dieser Lauf doch eher als Trainingseinheit für das nächste sportliche Highlight. Am Pfingstwochenende werden die beiden Extremsportler erneut gemeinsam die Laufschuhe schnüren um an der sog. „TorTour de Ruhr 2010“ teilzunehmen. Hierbei werden sie auf insgesamt 230 km nonstop dem Verlauf der Ruhr von Winterberg bis zur Mündung in den Rhein bei Duisburg folgen.