„Run around
the clock“ – 24
Stunden-Lauf vom Seilersee bringt Jasperneite und Ruppert
(LG Oelde/Wadersloh) Altersklassensiege
Wadersloh (phw): Mit ihrer
Teilnahme am dritten 24 Stunden Lauf vom Seilersee in Iserlohn wurden
Ultraläufer Horst Jasperneite und Ralf Ruppert (beide
LG Oelde/Wadersloh) Gast einer Geburtstagsfeier der
ganz besonderen Art. Der Organisator dieses Wettkampfes hatte den Lauf vor drei
Jahren als anlässlich seines 60. Geburtstages aus der Taufe gehoben. Unter dem
Motto „laufen und gutes tun“ werden verschiedene soziale Einrichtungen durch
die Erlöse des Laufs unterstützt. Mittlerweile hat sie die einstige
Geburtstagsidee zu einem der beliebtesten 24 Stunden Läufe gemausert bei der
auch in diesem Jahr wieder neue Teilnehmerrekorde verzeichnet werden konnten.
Neben der landschaftlich idyllischen Lage zeigten sich die beiden Sportler der
LG OW beeindruckt von der freundlichen Atmosphäre sowie der vorbildlichen
Organisation und Betreuung. „Am Verpflegungsstand gab es sogar
Schwarzwälderkirschtorte, auf die haben wir aber doch lieber verzichtet“ so die
beiden schmunzelnd.
Für die an den Start gegangenen 90 Athleten galt es,
innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Kilometer auf dem abgesteckten 1,8 km
Rundkurs abzuspulen. Spätestens bei Besichtigung des Kurses wurde den
Teilnehmern dann eindrucksvoll die sauerländische
Lage des Seilersees vor Augen geführt. Pro Runde verteilten sich stattliche 22
Höhenmeter auf langgezogene Anstiege, knackige Bergabpassagen
sowie einen unangenehm steilen Abhang beim Einlauf ins Stadion. „Das hatte
schon Berglaufcharakter“ so Jasperneite respektvoll über den hohen Schwierigkeitsgrad der Strecke.
Bereits zum Startschuss am Samstagmittag kletterten
die Temperaturen auf eher läuferunfreundliche 25 Grad und forderten von den
Läufern neben „Sonnencreme und Kappe“ eine angepasste Renntaktik. Trotz der
hügeligen Streckenführung fanden beide schnell zu ihrem Rhythmus und spulten
konstant Runde um Runde ab. Um Müdigkeit und muskuläre
Erschöpfung möglichst lange hinauszuschieben, begannen Ruppert und Jasperneite schon frühzeitig mit der Einnahme von kleineren
Snacks und ausreichender Flüssigkeit. „Kartoffeln, Brot und Brühe“ standen hierbei
ganz oben auf dem Speiseplan der beiden
Ultrasportler. Für die Betreuung während des Wettkampfes zeichneten sich
Claudia Jasperneite und Petra Holtmann-Wibberich
verantwortlich, die neben der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Getränken für
nötige moralische Unterstützung sorgten.
Auch während der Nachtstunden gönnten sich Jasperneite und Ruppert keine Pausen sondern spulten weiter
stoisch ihre Runden ab. „Wir hatten geplant uns nicht schlafen zu legen. Danach
kommt man nur schwer wieder in Gang“ so Ruppert zur Taktik. Um einen
reibungslosen Ablauf des Rennens während der Nachstunden zu gewährleisten,
leuchtete das Technische Hilfswerk den Kurs ab Beginn der Dämmerung komplett
aus. Natürlich stellten sich im Verlauf des langen Rennens kleinere Durchhänger und körperliche Wehwehchen ein.
Doch die für ihren Durchhaltewillen bekannten Ultrasportler steckten zu keinem
Zeitpunkt auf und liefen ein hervorragendes Rennen im vorderen Feld. Zum Ende
des Wettkampfes wurde es noch einmal spannend, eröffnete sich doch für beide
die Möglichkeit ihre jeweilige Altersklasse zu gewinnen. Einen größeren Ansporn
um die müden Knochen noch einmal zu
mobilisieren konnte es kaum geben und so gingen beide an die letzten
körperlichen Reserven. Als nach Ablauf der 24 Stunden endlich der ersehnte Alarmton das Rennen beendete, konnte Ruppert mit einer Gesamstrecke von 186,32 km den 7. Platz im Gesamtklassement
sowie den Sieg der AK M45 feiern. Jasperneite zeigte
sich glücklich über insgesamt 166,29 km, die für ihn den 15. Gesamtplatz und
den Sieg der AK M55 bedeuteten.
Auch nach diesen Anstrengungen bleibt beiden nicht
viel Zeit zur Erholung, galt dieser Lauf doch eher als Trainingseinheit für das
nächste sportliche Highlight. Am Pfingstwochenende werden die beiden
Extremsportler erneut gemeinsam die Laufschuhe schnüren um an der sog. „TorTour de Ruhr 2010“ teilzunehmen. Hierbei werden sie auf
insgesamt 230 km nonstop dem Verlauf der Ruhr von Winterberg bis zur Mündung in
den Rhein bei Duisburg folgen.