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Petra Holtmann-Wibberich

„Ultra Trail du Mont Blanc“ ;  Ralf Ruppert (LG Oelde/Wadersloh) beim härtesten Ultrarennen Europas

Von Petra Holtmann-Wibberich

Alljährlich treffen sich am letzten Augustwochenende die besten Ultraläufer der Welt am Fuße des Mont Blancs in Chamonix (Frankreich) um am  längsten und spektakulärsten Bergrennen Europas teilzunehmen. Die Veranstaltung wurde in diesem Jahr zum 7. Male ausgetragen und imponiert mit Eckdaten, die die zu erwartenden Strapazen nur  kopfschüttelnd erahnen lassen.

Auf einem 166 km  Kurs rund um das Mont Blanc Massiv „dem Dach Europas“ mit 9.400 Höhenmetern führt das Rennen die Läufer durch Frankreich, Italien und die Schweiz. Hierbei gilt es neun „Zweitausender“ Berge  zu überwinden und mit unwegsamen teilweise hochalpinem Gelände sowie kilometerlangen An-, bzw. Abstiegen von 25-30 % zurechtzukommen. Der höchste Punkt des Kurses befindet sich in einer Höhe von 2.537 Metern. Neben der schwer kalkulierbaren Wetterlage sitzt den „Trailern“ auch das maximale Zeitlimit von 46 Stunden im Nacken. Lediglich 50 – 60% der Läufer erreicht durchschnittlich das Ziel in Chamonix innerhalb der vorgegebenen Zeit.

Während sogar die meisten Ultraläufer bei einer solchen sportlichen Aufgabe dankend abwinken reizte Ralf Ruppert (LG Oelde/Wadersloh) gerade diese  psychische und physische Herausforderung. Nach erfolgreichem Durchlaufen des Qualifiktationsverfahrens hatte er das nötige Glück bei der Auslosung der Startplätze und stand gemeinsam mit 2.300 weiteren Teilnehmern am Freitagabend um 18.30 Uhr an der Startlinie in Chamonix. Frenetisch von etlichen tausend Zuschauern gefeiert  wurden die Läufer zu den Klängen von „Conquest of paradise“ auf die Reise geschickt. Ruppert hatte sich ein Jahr lang intensiv auf dieses Rennen vorbereitet und startete daher mit guten Voraussetzungen und einer klar abgesteckten Marschroute. Nachdem die ersten Anstiege geschafft waren setzte recht bald die Dunkelheit ein. Hier galt es rechtzeitig einen entsprechenden Wechsel der Kleidung aus dem mitgeführten Rucksack sowie die Inbetriebnahme der Stirnleuchte vorzunehmen. „Ohne die sogenannte Pflichtausrüstung mit Kleidung und Verpflegung darf niemand starten“ so Ruppert. Er fand rasch seinen Laufrythmus  und holte mit jedem Kontrollpunkt Platz um Platz auf. Die Glückssträhne sollte jedoch leider nicht von Dauer sein. Beim 10 km langen Abstieg zur ersten großen Verpflegungsstation in Courmayeur zerbrach einer der beiden Walkingstöcke und ließ ein Weiterkommen zur Qual werden. Bei einem Gefälle von 25 % sind diese Hilfsmittel nahezu unerlässlich so dass der Ausfall einer  Katastrophe gleichkam. Die Verpflegungsstation erreichte Ruppert somit erst mit  erheblicher Verspätung und  schmerzhaft verhärteter Oberschenkelmuskulatur. Zwar konnte er den Lauf mit Ersatzstöcken weiterführen, die angeschlagenen Muskeln jedoch ließen die weitere Strecke noch beschwerlicher werden. „Das Rennen an sich ist schon hart aber nach diesem Malheur wurde es richtig heftig“.  Ruppert biss jedoch auf die Zähne und spulte weiter Kilometer für Kilometer ab. Nach Einbruch der Dunkelheit jedoch kam zum fehlenden Glück noch das Pech dazu. In einigen besonders unwegsamen Passagen knickte er mehrfach unglücklich um so dass sein Knöchel schmerzhaft anschwoll und nach einiger Zeit jeglichen weiteren Bergabstieg unmöglich machte. Schweren Herzens musste Ruppert einsehen, dass die Bewältigung der noch vor ihm liegenden zwei  „Zweitausender Berge“ unter diesen Umständen nicht möglich sein würde. „Es ging gar nichts mehr“ so der enttäuschte Ruppert. Er beendete daher das Rennen  bei  der Kontrollmarke 132 km und hatte zu diesem Zeitpunkt eine Laufzeit von 31:39 Stunden sowie  7.603 Höhenmeter zurückgelegt.